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Darm-ABC – Das Diffrêng Lexikon

Manche Wörter liest man immer wieder, ohne genau zu wissen, was eigentlich dahintersteckt. Genau dafür ist das Darm-ABC da: ein Nachschlagewerk für alle Begriffe, die rund um deinen Darm auftauchen – von der Anatomie bis zur Ernährung. Du kannst alphabetisch stöbern oder direkt das Stichwort suchen, das dich gerade interessiert.

A

Autoimmunreaktion

Ein Vorgang, bei dem sich dein Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe richtet, anstatt nur gegen tatsächliche Bedrohungen von außen. Da ein Großteil deines Immunsystems direkt im und um den Darm sitzt (siehe GALT), wird seit einigen Jahren intensiv erforscht, welche Rolle Darmgesundheit und Mikrobiom-Zusammensetzung bei…

B

Bakterielle Vielfalt (Diversität)

Ein Maß dafür, wie viele unterschiedliche Bakterienarten in deinem Darm leben – und wie ausgewogen sie zueinander verteilt sind. Eine hohe Diversität gilt als eines der zuverlässigsten Anzeichen für ein stabiles, widerstandsfähiges Mikrobiom: Je mehr unterschiedliche "Spezialisten" vorhanden sind, desto besser kann dein Darm auf…

Ballaststoffe

Pflanzliche Nahrungsbestandteile, die dein Körper nicht selbst verdauen kann – und genau das macht sie so wertvoll. Statt von dir selbst verarbeitet zu werden, wandern sie weiter bis in deinen Dickdarm, wo deine Darmbakterien sie fermentieren und daraus unter anderem kurzkettige Fettsäuren herstellen. Man unterscheidet…

Bauchgefühl

Der umgangssprachliche Ausdruck für eine spontane, körperlich wahrgenommene Reaktion auf eine Situation – und tatsächlich mehr als nur eine Redewendung. Weil dein Darm über die Darm-Hirn-Achse ständig Signale ans Gehirn sendet, kann eine Veränderung in deinem Bauch – etwa durch Stress, Anspannung oder dein Mikrobiom…

Bifidobakterien

Eine Bakteriengattung, die zu den häufigsten "guten" Bewohnern deines Dickdarms zählt – besonders zahlreich im Darm von gestillten Säuglingen, wo sie einen Großteil des frühen Mikrobioms ausmachen. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Abbau von Ballaststoffen, produzieren dabei kurzkettige Fettsäuren und stehen in Verbindung mit…

Blähungen

Gas, das entsteht, wenn Bakterien in deinem Dickdarm unverdaute Nahrungsreste – vor allem bestimmte Ballaststoffe – fermentieren. Im Schnitt produziert ein gesunder Darm täglich etwa einen halben bis anderthalb Liter Gas, das auf natürlichem Weg seinen Ausgang findet. Bestimmte Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohlgemüse oder bestimmte…

Blinddarm

Der erste Abschnitt deines Dickdarms – ein kurzer, sackartiger Bereich direkt dort, wo der Dünndarm in den Dickdarm übergeht. Sein Name kommt daher, dass er an einem Ende "blind" endet, also nicht einfach weiterführt, sondern wie eine Tasche abgeschlossen ist. Hier ein kleiner, aber wichtiger…

C

Cortisol (Stresshormon)

Ein Hormon, das deine Nebennieren bei Stress ausschütten – kurzfristig sinnvoll, etwa um Energie verfügbar zu machen, langfristig erhöht aber kann es deinen Darm direkt beeinflussen. Chronisch hohe Cortisolwerte stehen in Verbindung mit einer durchlässigeren Darmschleimhaut und können die Zusammensetzung deines Mikrobioms verändern. Gleichzeitig läuft…

D

Darm-Hirn-Achse

Die direkte Verbindung zwischen deinem Darm und deinem Gehirn – ein ständiger, zweiseitiger Austausch über Nerven, Hormone und Botenstoffe. Lange dachte man, dieser Austausch laufe hauptsächlich in eine Richtung: vom Kopf zum Bauch, etwa wenn Stress auf den Magen schlägt. Heute weiß man, dass der…

Darmassoziiertes Immunsystem (GALT)

Die Abkürzung steht für "Gut-Associated Lymphoid Tissue" – und bezeichnet die schiere Menge an Immunzellen, die direkt in und um deinen Darm angesiedelt sind. Tatsächlich sitzen schätzungsweise 70 bis 80 Prozent aller Immunzellen deines gesamten Körpers im oder rund um den Darm – mehr als…

Darmbarriere

Das gesamte Schutzsystem, das verhindert, dass unerwünschte Stoffe aus deinem Darm einfach in deinen Blutkreislauf gelangen – eine Kombination aus Schleimschicht, Darmschleimhaut-Zellen und den engen Verbindungen zwischen ihnen (den sogenannten "Tight Junctions"). Man kann sie sich wie eine Mauer mit Türstehern vorstellen: Nährstoffe dürfen passieren,…

Darmflora

Der ältere, umgangssprachliche Begriff für die bakterielle Besiedlung deines Darms – heute meist gleichbedeutend mit dem bakteriellen Teil deines Mikrobioms verwendet. Der Name stammt noch aus einer Zeit, in der man dachte, diese Mikroorganismen seien eine Art Pflanzen (lateinisch "Flora" = Pflanzenwelt) – heute weiß…

Darmschleimhaut

Die innerste Schicht deiner Darmwand – die Oberfläche, die direkt mit allem in Kontakt kommt, was du isst. Sie besteht aus mehreren Zelllagen und übernimmt gleich zwei gegensätzliche Aufgaben: Nährstoffe durchlassen, aber Krankheitserreger, unverdaute Partikel und Giftstoffe draußen halten. Diese Doppelfunktion macht sie zu einer…

Darmtransitzeit

Die Zeit, die deine Nahrung vom Mund bis zur Ausscheidung braucht. Was viele überrascht: Die normale Spannweite ist riesig – Studien finden gesunde Werte zwischen etwa 10 und über 70 Stunden. Es gibt also kein einzelnes "richtiges" Tempo. Beeinflusst wird die Transitzeit unter anderem von…

Darmwand

Die gesamte Hülle deines Darms – aufgebaut aus mehreren Schichten, die wie Lagen einer Zwiebel übereinanderliegen. Innen die Darmschleimhaut (die du schon kennst), darüber eine Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen und Nervenfasern, dann zwei Muskelschichten – eine längs, eine ringförmig angeordnet – und ganz außen eine dünne…

Darmzotten

Winzige, fingerförmige Ausstülpungen, die die gesamte Innenwand deines Dünndarms bedecken – wie ein dichter, samtartiger Teppich. Jede einzelne Zotte ist nur etwa einen Millimeter lang, aber zusammen vergrößern sie die Oberfläche deines Darms enorm: Ohne sie würde die Innenfläche etwa so groß sein wie ein…

Dickdarm

Die letzte Station vor dem Ausgang – rund 1,5 Meter lang und deutlich breiter als der Dünndarm. Seine Hauptaufgabe: Wasser und Elektrolyte aus dem Speisebrei zurückgewinnen und das, was übrig bleibt, zum Stuhl formen. Hier leben auch die meisten deiner Darmbakterien – der Dickdarm ist…

Dünndarm

Der längste Abschnitt deines Verdauungstrakts – bis zu sechs Meter, kunstvoll gefaltet in deinem Bauchraum. Hier passiert der Großteil der Nährstoffaufnahme: Vitamine, Mineralstoffe und Energie aus deiner Nahrung gelangen über die Darmwand in deinen Blutkreislauf. Aufgeteilt in drei Abschnitte – Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm –…

Dysbiose

Ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung deines Mikrobioms – wenn bestimmte Bakterienarten überproportional zunehmen, während andere zurückgehen, oder wenn die Vielfalt insgesamt abnimmt. Auslöser können zum Beispiel Antibiotika, einseitige Ernährung, chronischer Stress oder Infektionen sein. Wichtig dabei: Dysbiose ist kein einheitliches Krankheitsbild mit fester Definition, sondern…

E

Enterozyten

Die kleinen Helferzellen deiner Darmwand. Enterozyten sind spezielle Zellen, die die Innenwand des Dünndarms auskleiden. Ihre wichtigste Aufgabe: Sie nehmen Nährstoffe aus der verdauten Nahrung auf und geben sie an deinen Körper weiter – zum Beispiel Zucker, Eiweißbausteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Stell dir den…

F

Fermentierte Lebensmittel

Nahrungsmittel, die durch den gezielten Einsatz von Mikroorganismen – Bakterien, Hefen oder Pilze – haltbar gemacht und in ihrer Beschaffenheit verändert werden. Klassiker sind Sauerkraut, Kimchi, Kefir, Joghurt oder Miso. Während der Fermentation entstehen unter anderem Milchsäure und teilweise lebende Bakterienkulturen, die – je nach…

FODMAPs

Eine Abkürzung für "Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccharide and Polyole" – eine Gruppe kurzkettiger Kohlenhydrate, die im Dünndarm nur schlecht aufgenommen werden und stattdessen weiter in den Dickdarm wandern, wo sie von Bakterien fermentiert werden. Dabei entstehen Gase, und gleichzeitig ziehen FODMAPs Wasser in den Darm…

G

Gallensäure

Eine Substanz, die in deiner Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird, bis sie nach dem Essen in den Dünndarm abgegeben wird. Ihre Hauptaufgabe: Fette emulgieren, also in winzige Tröpfchen aufspalten, damit Enzyme sie überhaupt angreifen können – ähnlich wie Spülmittel Fett im Abwasser…

Glutenunverträglichkeit

Ein Überbegriff für unterschiedliche Reaktionen auf Gluten, ein Eiweißgemisch in Weizen, Roggen und Gerste – wobei "Glutenunverträglichkeit" umgangssprachlich oft sehr unterschiedliche Dinge meint. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Darmzotten angreift, sobald Gluten aufgenommen wird – hier…

Glykämischer Index

Ein Maß dafür, wie schnell und wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel deinen Blutzuckerspiegel nach dem Essen ansteigen lässt – im Vergleich zu reiner Glukose, die als Referenzwert mit 100 festgelegt ist. Was viele nicht wissen: Der glykämische Index eines Lebensmittels ist nicht starr, sondern wird…

H

Histaminintoleranz

Eine Unverträglichkeit, bei der dein Körper Histamin – einen Botenstoff, der unter anderem in fermentierten oder lange gelagerten Lebensmitteln vorkommt – nicht ausreichend abbauen kann. Normalerweise übernimmt das vor allem ein Enzym namens DAO, das auch in deiner Darmschleimhaut produziert wird. Ist dessen Aktivität vermindert…

I

Inulin (präbiotische Ballaststoffe)

Ein löslicher Ballaststoff, der zur Gruppe der Präbiotika zählt – also gezielt von bestimmten "guten" Darmbakterien als Nahrung verwertet wird, etwa von Bifidobakterien. Inulin steckt natürlicherweise in Chicorée, Topinambur, Schwarzwurzel, Knoblauch und Zwiebeln. Wird Inulin in größeren Mengen aufgenommen – vor allem, wenn der Darm…

J

Jejunum (Leerdarm)

Der mittlere Abschnitt des Dünndarms. Der Dünndarm besteht aus drei Teilen: Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm. Das Jejunum liegt in der Mitte und ist der Bereich, in dem besonders viele Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Hier arbeitet dein Körper besonders intensiv daran, aus deinem Essen…

Joghurtkulturen

Lebende Bakterien, die bei der Herstellung von Joghurt entstehen. Bestimmte Milchsäurebakterien werden genutzt, um Milch zu fermentieren. Einige dieser Bakterien können Teil der Ernährung sein und stehen im Zusammenhang mit dem Darmmikrobiom.

K

Kurzkettige Fettsäuren (SCFA)

Die Stoffwechselprodukte, die entstehen, wenn deine Darmbakterien Ballaststoffe fermentieren – die wichtigsten heißen Acetat, Propionat und Butyrat. Besonders Butyrat hat es in sich: Es ist die bevorzugte Energiequelle der Zellen deiner Dickdarmschleimhaut und steht im Zusammenhang mit einer intakten Darmbarriere und entzündungsregulierenden Prozessen. Vereinfacht gesagt…

L

Laktobazillen

Eine weitere zentrale Bakteriengattung in deinem Verdauungstrakt, benannt nach ihrer Fähigkeit, Milchzucker (Laktose) zu Milchsäure zu vergären – genau dieser Prozess macht aus Milch Joghurt oder aus Kohl Sauerkraut. Im Darm angesiedelt, helfen sie unter anderem dabei, das Milieu leicht saurer zu halten, was es…

Laktoseintoleranz

Eine Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose), die entsteht, wenn der Dünndarm zu wenig des Enzyms Laktase produziert, das Laktose normalerweise in ihre Bestandteile aufspaltet. Ohne ausreichende Aufspaltung wandert die Laktose unverdaut weiter in den Dickdarm, wo sie von Bakterien fermentiert wird – mit Blähungen, Krämpfen oder…

Leaky Gut (durchlässiger Darm)

Ein Zustand, bei dem die Darmbarriere durchlässiger wird als normal – die "Türsteher" zwischen deinen Darmschleimhaut-Zellen lockern sich, und größere Partikel können leichter durchrutschen, die eigentlich draußen bleiben sollten. Wichtig zu wissen: Eine gewisse, regulierte Durchlässigkeit ist völlig normal und nötig – dein Darm muss…

M

Magensäure

Eine der aggressivsten Flüssigkeiten, die dein Körper produziert – mit einem pH-Wert, der teilweise so niedrig ist wie bei Batteriesäure. Ihre Aufgabe: Krankheitserreger abtöten, Eiweiße aufspalten und das Enzym Pepsin aktivieren. Hier ein Punkt, der oft missverstanden wird: Sodbrennen wird meist automatisch mit "zu viel…

Mikrobiom

Die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die in und auf deinem Körper leben – Bakterien, Viren, Pilze und ihre gesamte genetische Ausstattung. Allein in deinem Darm leben mehr Mikroorganismen, als dein Körper eigene Zellen hat, mit einem genetischen "Werkzeugkasten", der deinen eigenen um ein Vielfaches übersteigt. Diese…

Mikronährstoffe

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die dein Körper nur in sehr kleinen Mengen braucht, aber nicht selbst herstellen kann – im Gegensatz zu Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, die deinen Energiebedarf decken. Ihre Aufnahme findet größtenteils im Dünndarm statt, wobei verschiedene Mikronährstoffe an unterschiedlichen Abschnitten…

Mucusschicht (Schleimschicht)

Eine Gel-artige Schicht, die wie ein Schutzfilm direkt auf deiner Darmschleimhaut liegt – die erste Verteidigungslinie, noch vor den eigentlichen Zellen. Im Dickdarm ist sie sogar zweischichtig aufgebaut: eine äußere, lockere Lage, in der viele deiner Darmbakterien leben und sich von darin enthaltenen Zuckerstrukturen ernähren,…

N

Nährstoffaufnahme

Der Prozess, bei dem die aufgespaltenen Bestandteile deiner Nahrung durch die Darmwand in deinen Blutkreislauf gelangen – hauptsächlich im Dünndarm, über die riesige Oberfläche der Darmzotten. Nicht alle Nährstoffe werden dabei am selben Ort aufgenommen: Eisen vor allem im oberen Dünndarmabschnitt, Vitamin B12 erst im…

Neurotransmitter

Chemische Botenstoffe, die Signale zwischen Nervenzellen übertragen – darunter bekannte Namen wie Serotonin, Dopamin oder GABA. Was viele überrascht: Auch dein Mikrobiom ist an der Produktion oder Regulation einiger dieser Stoffe beteiligt. Bestimmte Darmbakterien können selbst Vorstufen von Neurotransmittern herstellen oder beeinflussen, wie viel davon…

O

Obstipation (Verstopfung)

Wenn der Darm zu langsam arbeitet. Von Obstipation spricht man, wenn der Stuhlgang schwierig, selten oder sehr hart ist. Der Darm transportiert den Inhalt dann langsamer weiter als üblich. Gründe können zum Beispiel zu wenig Flüssigkeit, wenig Bewegung, eine ballaststoffarme Ernährung oder Stress sein. Verstopfung…

P

Peristaltik

Die wellenförmige Bewegung, mit der dein Darm seinen Inhalt vorwärts transportiert – ein bisschen wie eine Zahnpastatube, die von hinten ausgedrückt wird. Möglich macht das genau jenes Zusammenspiel der Muskelschichten in der Darmwand: Direkt hinter dem Speisebrei zieht sich der Ring-Muskel zusammen, während er sich…

Polyphenole

Eine große Gruppe pflanzlicher Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften, die unter anderem in Beeren, grünem Tee, dunkler Schokolade, Rotwein und vielen Gemüsesorten vorkommen. Spannend für deinen Darm: Ein Großteil der Polyphenole wird im Dünndarm gar nicht aufgenommen, sondern wandert weiter in den Dickdarm – wo deine…

Postbiotika

Die Stoffwechselprodukte, die entstehen, wenn deine Darmbakterien Präbiotika verarbeiten – darunter zum Beispiel kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Lange stand vor allem im Fokus, welche Bakterien in deinem Darm leben; heute weiß man, dass es oft genauso entscheidend ist, was diese Bakterien dabei produzieren. Postbiotika versorgen…

Präbiotika

Unverdauliche Ballaststoffe, die selbst keine Mikroorganismen sind, aber als "Futter" für die guten Bakterien in deinem Darm dienen. Du findest sie zum Beispiel in Chicorée, Topinambur, Lauch, Zwiebeln oder Bananen. Der Unterschied zu Probiotika lässt sich gut mit einem Gartenbild merken: Probiotika sind die Pflanzen,…

Probiotika

Lebende Mikroorganismen, die – in ausreichender Menge aufgenommen – einen positiven Effekt auf deine Gesundheit haben können. Sie kommen natürlicherweise in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut vor, werden aber auch als Nahrungsergänzung angeboten. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Bakterienstamm wirkt gleich, und nicht…

Q

Quellstoffe

Ballaststoffe, die Wasser aufnehmen und aufquellen können. Quellstoffe kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Sie binden Wasser im Darm, vergrößern dadurch das Stuhlvolumen und können helfen, den Darm in Bewegung zu halten. Ein bekanntes Beispiel sind Flohsamenschalen. Sie können sowohl bei Verstopfung als auch…

R

Resistente Stärke

Eine besondere Form von Stärke, die deinem körpereigenen Verdauungssystem im Dünndarm "widersteht" und unverdaut bis in den Dickdarm gelangt – dort wirkt sie wie ein Ballaststoff und wird von deinen Bakterien fermentiert. Spannend dabei: Resistente Stärke kann sich regelrecht bilden, etwa wenn du Kartoffeln, Reis…

S

Schließmuskel

Ein Ringmuskel, der eine Öffnung in deinem Verdauungstrakt gezielt öffnen und verschließen kann – dein Körper hat davon mehrere, die wichtigsten sitzen am Mageneingang, zwischen Magen und Dünndarm sowie am Darmausgang. Der äußere Schließmuskel am Darmausgang ist besonders interessant, weil er aus zwei Teilen besteht:…

Sekundäre Pflanzenstoffe

Verbindungen, die Pflanzen nicht für ihr eigenes Überleben im engeren Sinn benötigen (anders als etwa Kohlenhydrate oder Eiweiße), sondern zum Beispiel zur Abwehr von Fressfeinden, als Farbstoff oder als UV-Schutz bilden – für deinen Körper können sie trotzdem wertvolle Effekte haben. Polyphenole zählen zu dieser…

Serotonin im Darm

Ein Botenstoff, den die meisten Menschen ausschließlich mit guter Stimmung und dem Gehirn verbinden – tatsächlich werden etwa 90 bis 95 Prozent des körpereigenen Serotonins gar nicht im Gehirn, sondern in deinem Darm produziert. Dort steuert es vor allem die Darmbewegung (Peristaltik) und die Kommunikation…

Stille Entzündung

Eine niedriggradige, oft über Jahre anhaltende Entzündungsreaktion im Körper, die – im Gegensatz zu einer akuten Entzündung mit Rötung, Schwellung oder Fieber – meist keine spürbaren Symptome verursacht. Sie läuft quasi im Hintergrund. Eine geschwächte Darmbarriere kann eine Rolle bei ihrer Entstehung spielen: Wenn ständig…

Stuhlgang

Das Endergebnis deiner Verdauung – und ein Thema, über das erstaunlich wenig offen gesprochen wird, obwohl die "normale" Bandbreite riesig ist. Dreimal täglich bis dreimal wöchentlich gelten beide als unauffällig, solange es sich für dich gewohnt anfühlt und keine plötzlichen Veränderungen auftreten. Die Bristol-Stuhlformen-Skala wird…

T

Tight Junctions

Die kleinen Verbindungen, die deine Darmbarriere dicht halten. Tight Junctions sind winzige „Verbindungsstellen“ zwischen den Zellen der Darmwand. Sie entscheiden mit darüber, welche Stoffe aus dem Darm in den Körper gelangen dürfen und welche draußen bleiben. Man kann sie sich wie die Fugen zwischen Ziegelsteinen…

U

Unverträglichkeit

Wenn der Körper bestimmte Stoffe nicht gut verarbeiten kann. Eine Unverträglichkeit bedeutet, dass der Körper auf bestimmte Lebensmittel oder Bestandteile empfindlich reagieren kann. Beispiele sind Laktoseintoleranz oder eine Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten. Typische Beschwerden können Blähungen, Bauchschmerzen oder veränderte Verdauung sein. Eine Unverträglichkeit ist nicht…

V

Vagusnerv

Der längste Nerv deines autonomen Nervensystems – er verläuft vom Hirnstamm bis tief in deinen Bauchraum und ist die wichtigste physische "Telefonleitung" der Darm-Hirn-Achse. Etwa 80 bis 90 Prozent seiner Fasern transportieren Informationen vom Darm zum Gehirn, nicht umgekehrt – dein Bauch "spricht" also lauter…

Verdauungsenzyme

Eiweißmoleküle, die deine Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile zerlegen – erst dann kann dein Körper sie überhaupt aufnehmen. Verschiedene Enzyme sind dabei für verschiedene Nährstoffe zuständig: Amylase zerlegt Kohlenhydrate, Lipase Fette, Proteasen Eiweiße. Produziert werden sie an mehreren Stationen gleichzeitig – schon im Speichel, dann…

W

Wurmfortsatz

Ein kleiner Teil am Anfang des Dickdarms. Der Wurmfortsatz hängt am Blinddarm und ist ein kleiner, schlauchförmiger Abschnitt des Darms. Lange dachte man, er hätte kaum eine Funktion. Heute weiß man: Der Wurmfortsatz kann Teil des Immunsystems sein und möglicherweise als Rückzugsort für bestimmte Darmbakterien…

X

Xerostomie

Ein trockener Mund durch zu wenig Speichel. Xerostomie betrifft eigentlich den Mund und nicht direkt den Darm. Sie kann aber die Verdauung beeinflussen, weil die Verdauung bereits im Mund beginnt.

Y

Yersinien

Bakterien, die Magen-Darm-Infektionen auslösen können. Yersinien sind Bakterien, die über verunreinigte Lebensmittel in den Körper gelangen können. Manche Arten können Bauchschmerzen, Durchfall oder Fieber verursachen. Kurz gesagt:Yersinien = Darmkeime, die krank machen können.

Z

Zytokine

Kleine Botenstoffe, mit denen Immunzellen untereinander kommunizieren – manche davon wirken entzündungsfördernd, andere entzündungshemmend, im gesunden Gleichgewicht regulieren sie sich gegenseitig. Dein Darm ist einer der Orte, an denen besonders viele Zytokine produziert und ausgeschüttet werden, weil dort eben auch besonders viele Immunzellen sitzen. Ein…